Deconstruct,  Reconstruct

Welche Spuren hinterlassen wir und wie können wir diese mit anderen Augen sehen?

Der Begriff der Dekonstruktion beschreibt den Prozess des Zerfalls oder die Zerlegung von gewohnten Strukturen, die womöglich im Laufe der Zeit ihren Zusammenhang verlieren. Im Gegensatz dazu versucht die Rekonstruktion verlorengegange Zusammenhänge wiederherzustellen und bruchstückhaft zusammenzusetzen. Wo finden wir heute Orte der Dekonstruktion und der Rekonstruktion? Wie nehmen wir diese Phänomene wahr und wie können wir sie als kreative gestalterische Methode nutzen?

Nach einem Gastvortrag des Archäologen Dr. Jan Miera zum Thema „Narration in der Archäologie“ untersuchten die Studierenden des Kurses den städtischen Schrottplatz in Halle und nutzten ihn als Ausgrabungsstätte für weggeworfene Objekte. Sie machten sich auf die Suche nach Artefakten, die ihren ursprünglichen Kontext verloren haben und dennoch als Spiegel der Gegenwart wirken und gerade dadurch eine besondere Anziehungskraft entfalten.

Durch frei erfundene Geschichten, durch Zerlegen und Hinzufügen wurden die Artefakte mit neuen Bedeutungen aufgeladen. Eine genaue Betrachtung der entstandenen Arbeiten eröffnet analytische, humorvolle, dystopische und utopische Zukunftsvisionen und verweist zugleich auf neue Paradigmen im Umgang mit Ressourcen.
Auftraggeber: Burg Giebichenstein Halle
Ort: Halle (Saale)
Jahr: 2020
In Zusammenarbeit mit: Konrad Lohöfener
Aufgaben: Lehre, Entwicklung des Themas
Themen: Materialkreisläufe, Zukünfte, Ressourcen
Schrottplatz in Halle Trotha, Foto: Marianne Sellmaier
Besuch des Schrottplatzes, Foto: Marianne Sellmaier
Jonathan Hase, Ohne Titel
Max Beckmann, Newborn
Jacobo Cuesta Wolf, Ohne Titel
Lena Eichhorn, Flasche ohne Boden
Marianne Sellmaier, In den Fängen
Oona von Oertzen, Ausgeklammert
Ruud van den Eijnden, Golden Cage
Sungwon Kim, Ohne Titel